Die Gemeinde als Ort der Liebe und der Wachsamkeit
In seiner Predigt zeichnete Stammapostelhelfer Helge Mutschler ein starkes Bild: Die Gemeinde sei wie eine befestigte Stadt – mit Mauern, Wächtern und Toren. Doch hier sei es die Liebe, die Wache hält, und sie müsse gut aufpassen, dass nichts Eindringliches, Zerstörerisches – also das Böse – Eingang finde.
„In unserer Gemeinde soll nur die Liebe Raum haben – deshalb müssen wir gemeinsam Wache halten“, so der Stammapostelhelfer.
Diese Wache sei keine Sache einzelner, sondern eine gemeinsame Aufgabe. „Wir müssen zusammenstehen, einander an den Händen halten, im Gebet verbunden bleiben – dann gelingt es, die Gemeinde als Ort der Geborgenheit und des Friedens zu bewahren.“
Gegenwart voller Ängste – eine Botschaft voller Trost
Der Stammapostelhelfer sprach offen an, was viele bewegt: Die Angst, die in unserer Zeit auf so vielen Ebenen spürbar ist. „Angst vor politischen Entwicklungen, vor einer unsicheren Weltlage. Angst vor dem, was mit unserer Kirche geschieht, wenn Gemeinden geschlossen werden. Angst vor einer medizinischen Diagnose. Angst um die Familie, um die Zukunft unserer Kinder. Angst um die eigene Existenz.“ Doch diesen Ängsten stellte er das kraftvolle „Fürchte dich nicht“ Gottes entgegen. Dabei machte er deutlich: Gott nimmt unsere Angst ernst, aber er lässt uns nicht in ihr zurück. Vielmehr spricht er hinein – mit Trost, mit Kraft und mit konkreten Verheißungen.
Fünf göttliche „Rezepte“ gegen die Angst
Aus dem Textwort entwickelte Helge Mutschler fünf geistliche Zusagen Gottes – als „Rezept gegen Angst“, zugeschnitten auf unterschiedliche Lebenslagen:
„Ich bin mit dir“ – Für alle, die sich verlassen oder einsam fühlen.
Gott ist da. Er geht mit. Er räumt Wege frei – oft, bevor wir es merken.
„Ich bin dein Gott“ – Für Menschen, die nach Orientierung suchen.
Inmitten vieler „Götzen“ – Materialismus, Selbstoptimierung, Leistungsdruck – bleibt Gott der Einzige, der trägt.
„Ich habe deine Anliegen zur Chefsache gemacht“, so Stammapostelhelfer Helge Mutschler.
„Ich stärke dich“ – Für die Schwachen und Überforderten.
Gottes Kraft erhebt. Sie gibt Überblick, Auftrieb und seelischen Halt. „Ich bin schwach – aber ER ist stark“, war der Tenor.
„Ich helfe dir“ – Für alle, die sich hilflos fühlen, etwa in der Auseinandersetzung mit Schuld oder Versagen.
Christus ist dorthin gegangen, wo die Sünde wohnt – ans Kreuz – und steht uns helfend zur Seite.
„Ich halte dich mit der rechten Hand meiner Gerechtigkeit“ – Für die Haltlosen.
Die rechte Hand steht in der Bibel für den Ehrenplatz. „Du bist wertvoll – du bist nicht irgendwer“, betonte er. „Gott gibt dir Halt – zuverlässig und gerecht.“
Apostel Ralph Wittich vertiefte die Botschaft des Textworts auf eindrückliche Weise. Er stellte fest, dass viele Menschen auf ein Zeichen Gottes warten – auf Hilfe, auf Stärke, auf ein Wunder. Und dabei sei die Hilfe oft schon längst da.
„Wir warten manchmal auf etwas, dabei ist es schon da. Fürchte dich nicht – das ist kein Versprechen für irgendwann, sondern eine Zusage für jetzt.“ Der Apostel erinnerte daran, wie oft das Wort „Fürchte dich nicht“ in der Bibel vorkommt – als Gottes unmittelbares Wort an seine Kinder. „Wenn Gott sagt: ‚Ich kenne die Meinen‘, dann heißt das: ‚Ich liebe dich. Ich kümmere mich um dich. Ich lasse dich nicht allein – auch wenn die Welt um dich zusammenzubrechen scheint.‘“
Mit diesen Worten gab er der Gemeinde Mut, Vertrauen und Ruhe. Die Gewissheit: Was auch kommt – Gott ist schon da. Und das verändert alles.
Ein Abend des Vertrauens, der Gemeinschaft und des Aufbruchs
Der Gottesdienst in Meiningen war mehr als eine gottesdienstliche Versammlung. Er war ein geistliches Lagerfeuer in stürmischer Zeit, ein Ort der Ermutigung und der Erinnerung daran, dass Gott selbst sagt:
„Ich bin mit dir.“ Die Botschaft hallt nach: Gott nimmt unsere Ängste ernst – aber er lässt uns nicht in ihnen allein. Er schenkt Nähe, Kraft, Hilfe, Halt – und seine unerschütterliche Liebe.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Spendung des Sakraments der Heiligen Versiegelung. Eine kleine Seele durfte die Gabe des Heiligen Geistes empfangen – ein stiller, heiliger Moment, in dem Gottes Nähe und Fürsorge spürbar wurde.
Zudem wurden ein Diakon und eine Diakonin für ihren Dienst in den Gemeinden ordiniert. Mit großer Freude und sichtlicher Rührung nahmen sie den Auftrag an, der Gemeinde zu dienen, mitzutragen, mitzubeten und mitzulieben.
So war dieser Gottesdienst geprägt von Vertrauen, Trost und geistlichem Neubeginn – und wird noch lange in den Herzen nachklingen.
Neuapostolische Kirche